Behandlung im Voraus planen (BVP)

Zielgruppe: Ärzte, Pflegende, Seelsorge, Sozialarbeiter, Pädagogen

Das Seminar richtet sich in erster Linie an Ärzte, Sozialpädagogen, examinierte Pflegende und pädagogische Fachkräfte in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe mit mindestens 3-jähriger Berufserfahrung sowie an Seelsorgende mit Feldkompetenz.

Ort: Palliativ- und Hospizakademie der Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg, Bärstraße 9, 39104 Magdeburg

Umfang: 8 Tage

Kurskoordination: Dorothea Schnee, Krankenschwester, Sozialpädagogin, Systemische Therapeutin, Palliative Care-Fachkraft, Leiterin Palliativ- und Hospizakademie Magdeburg

Teilnehmerplätze: 12 – 16

Berufliche Voraussetzungen für die Teilnahme:

  • abgeschlossenes Studium im Bereich der Gesundheits-, Pflege-, Geistes-, Sozial- oder Erziehungswissenschaften oder alternativ eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Beruf der Gesundheitswissenschaften
  • mindestens 3-jährige, für die gesundheitliche Versorgungsplanung einschlägige Berufserfahrung innerhalb der letzten 8 Jahre mit mindestens einer halben Stelle

Nachweisliche kommunikative Kompetenzen:

  • Nachweis von 7 dokumentierten Gesprächsbegleitungen innerhalb von 12 Monaten
  • bei Bedarf können „gecoachte“ Gespräche mit einem Gesprächsbegleiter-Trainer zusätzlich einzeln gebucht werden (nicht in den Kurskosten enthalten)

Kursgebühr: 2.200 Euro

Lassen Sie Ihre Weiterbildung finanziell fördern!
Der Bund und die einzelnen Bundesländer unterstützen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer in der beruflichen Weiterbildung, indem sie die anfallenden Kosten teilweise oder auch vollständig erstatten. Wir beraten Sie dazu gern ausführlich.

Anmeldung: bis 19.08.2022 – bitte mit vollständigem Namen und Berufsbezeichnung, den genannten Nachweisen der beruflichen und kommunikativen Kompetenzen sowie der Rechnungsanschrift

© Konstanze Gruber - stock.adobe.com

Patientenverfügung im Dialog: Rechtlich fundiert, wissenschaftlich gesichert, ärztlich entwickelt und aktuell nach den neusten Gesetzgebungen? … Ja, das geht!

Die meisten Patientenverfügungen in Deutschland werden von den Betroffenen selbst erstellt – häufig in Unwissenheit, wie sie ihren Willen niederschreiben sollen. Und immer getrieben von der Sorge, hoffentlich nichts Falsches zu entscheiden. Oftmals findet auch der dringend erforderliche Dialog zwischen den betroffenen Personen und ihren Bevollmächtigten nicht statt.

Mit der Initiative zur gesundheitlichen Vorausplanung im Hospiz- und Palliativgesetz wurde im § 132 g SGB V nun erstmals ein neues innovatives Konzept zur Erstellung einer Patientenverfügung in Pflegeeinrichtungen der Alten- und Wiedereingliederungshilfe verankert.

Sie soll einen Beitrag leisten, die Autonomie zu stärken und Menschen befähigen eine Patientenverfügung im Dialog zu erstellen. Die Vorausplanung wird hier als mehrzeitiger kommunikativer Prozess verstanden, in dem Betroffene gemeinsam mit einem Gesprächsbegleiter zukünftige Wünsche für ihre medizinische Behandlung ermitteln, anwendertauglich dokumentieren und bei Bedarf aktualisieren können.

Lerninhalte:

  • Hintergrund zu Patientenautonomie, Stellvertreterentscheidung
  • Entwicklung von ACP (Advance Care Planning) – BVP (Behandlung im Voraus planen)
  • Rechtliche Grundlagen: Betreuung und Patientenverfügungsgesetz
  • Grundlagen Kommunikation und Gesprächsbegleitung
  • Elemente der Begleitungsgespräche
  • Schauspielgestützte Praxisübungen
  • Dokument: Archivierung, Zugriff und Transfer
  • Qualitätssicherung
  • Ethische Fragestellung

Block 1: 3 Tage vom 19.09. - 21.09.2022

  • Einführung, Grundlagen: Autonomie-„Einstellungen“, Bevollmächtigung von der konventionellen Patientenverfügung zu ACP/BVP
  • Elemente der BVP-Gesprächsbegleitung (I)
  • Elemente der BVP-Gesprächsbegleitung (II) – Akute Krise/Notfallbogen

Block 2: 2,5 Tage vom 12.12. - 14.12.2022

  • Elemente der BVP-Gesprächsbegleitung (III)
  • Akutstationäre Behandlung bei anhaltender Einwilligungsunfähigkeit
  • Elemente der BVP-Gesprächsbegleitung (IV) – Dauerhafte Entscheidungsunfähigkeit

Block 3: 2,5 Tage vom 13.02. - 15.02.2023

  • Rechtlicher Rahmen: Patientenverfügungsgesetz, Betreuungsrecht, Aufgaben und Pflichten des Bevollmächtigten/Betreuers
  • Elemente der BVP-Gesprächsbegleitung (V)
  • Regionale Implementierung in bestehenden Netzwerken und Strukturen
  • Vertreterdokumentation


Die Inhalte der 8-tägigen Präsenzschulung sind inhaltlich konzipiert nach den Empfehlungen für ein nationales Mustercurriculum der Task Force der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zur Implementierung des § 132 g SGB V des Hospiz- und Palliativgesetzes.

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