Curriculum „Weiterbildung in systemischer Trauerbegleitung“

Zielgruppe: Künftige Koordinatorinnen ambulanter Hospize, Ehrenamtliche, Hospizkoordinatorinnen, Pflegende Hospiz, Seelsorge, Selbstständige Trauerbegleiterinnen, Theologen

Umfang der Fortbildung:

Insgesamt 250 UST:

  • 205 UST Theorie und Supervision
  • 15 UST Intervisionsgruppe
  • 15 UST Literaturarbeit (Rezensionen)
  • 15 UST Praxisprojekt
  • Schriftliche Hausarbeit
  • Kolloquium und Zertifikatsübergabe

Termine:

3-Tage-Blöcke: jeweils Mittwoch-Freitag

 

1. Block28.10.20 - 30.10.20Mittwoch 28.10.20 (mit Anreise) 10-13 Uhr (4 UE), 14-16 Uhr (4 UST), 16.15-17.45 Uhr (2 UE)

Donnerstag 29.10.20 9.30-12.30 Uhr (4 UE), 13.30-16.30 Uhr (4 UE), 16.45-19.00 Uhr (3 UE)

Freitag 30.10.20 9.30-12.30 Uhr (4 UE), 13.30-16.30 Uhr (4 UE), 16.45-18.15 Uhr (2 UE)
2. Block27.01.21 - 29.01.21Mittwoch - Freitag wie oben
3. Block17.03.21 - 19.03.21Mittwoch - Freitag wie oben
4. Block09.06.21 - 11.06.21Mittwoch - Freitag wie oben
5. Block22.09.21 - 24.09.21Mittwoch - Freitag wie oben
6. Block01.12.21 - 03.12.21Mittwoch - Freitag wie oben
7. Block02.02.22 - 03.02.22

2 Tage
Mittwoch 02.02.22 10-13 Uhr (4 UST), 14-16 Uhr (4 UST), 16.15-17.45 Uhr (2 UST)

Donnerstag 03.02.22 9.30-12.30 Uhr (4 UST), 13.30-16.30 Uhr (4 UST), 16.45-17.30 Uhr (1 UST)

Voraussetzungen für das Zertifikat:

  • regelmäßige Teilnahme
  • Intervisionsgruppe
  • Zwei Literaturrezensionen
  • Praxisprojekt
  • Falldokumentation, Praxisbericht oder thematische Arbeit (schriftlich)
  • Kolloquium

Zertifikat: „Systemische Trauerbegleitung“ (Große Basisqualifikation - BVT)

 

Kursleiterinnen:
Anke Grimm, Dipl.-Päd., system. Familientherapeutin und Supervisorin (SG), Trauerbegleiterin (BVT), Traumapädagogin (DGePT)

Christian Voigtmann, Pastor, Supervisor und system. Familientherapeut (SG),
Trauerbegleiter (BVT)

(und weitere Fachreferenten/innen zu ausgewählten Themen)

 

 

Bei dieser Qualifizierung in systemischer Trauerbegleitung geht es sowohl um Selbstreflexion, theoretische Hintergründe und Wissensvermittlung unter systemischen Aspekten als auch um praktisches Handwerkszeug für die Begleitung von Trauernden. Sie ist anerkannt als große Basisqualifikation vom Bundesverband Trauerbegleitung e. V.

 

Zielgruppe:

Für hauptberuflich und ehrenamtlich Mitarbeitende in der Hospizarbeit, in der Trauerbegleitung, in Diakoniestationen, PastorInnen und DiakonInnen, Pflegekräfte sowie Menschen, die anderen Menschen in Sterbe- und Trauerprozessen begleiten oder zukünftig begleiten wollen.

Lernziele:

Fachkompetenz

  • Grundwissen über Trauerprozesse und Trauermodelle
  • Grundwissen über systemisches Denken und Arbeiten
  • Grundwissen über Gruppenprozesse und Gruppendynamik
  • Systemische Zusammenhänge erkennen und damit umgehen können
  • Abgrenzung und Unterscheidung von Trauerbegleitung und Sterbebegleitung
  • Auftragsklärung
  • Grenzen zwischen Therapie und Beratung benennen können

Selbstkompetenz

  • Wissen um die eigene Motivation
  • Das eigene Menschenbild / die eigenen Wertvorstellungen benennen können
  • Achtung und Wertschätzung für sich und im Umgang mit anderen
  • Reflexionsfähigkeit (Rollen- und Selbstreflexion)
  • Haltungen und Einstellungen reflektieren zu unterschiedlichen religiösen und kulturellen  Hintergründen sowie zu unterschiedlichen Arten von Verlust
  • (Eigene) Lernprozesse wahrnehmen und gestalten können
  • Selbstfürsorge

Handlungskompetenz

  • Systemische Gesprächsführung
  • Systemische Zusammenhänge in Familien erkennen und damit umgehen können
  • Kreative Methoden und Techniken kennen und einsetzen können
  • Prozessgestaltung: von der Auftragsklärung zum Erstgespräch bis zum Abschluss
  • Gestaltung von Gruppenprozessen
  • Wissen um die eigenen Ressourcen und Grenzen und dem angemessenen Umgang damit
  • Wissen um die Ressourcen und Grenzen der zu Begleitenden und der angemessene Umgang damit

Inhalte:

Eigene Erfahrungen und Einstieg in die Thematik:

  • eigene Erfahrungen mit Abschied, Trennung, Tod und Trauer (meine Trauerbiografie)
  • Motivation für die Begleitung von Trauernden
  • Selbsterfahrung
  • Definition von Trauer
  • Bestattungskultur und –recht (zwischen Tod und Bestattung)
  • Soziologische Aspekte zu Trauer und Tod
  • Abgrenzung Sterbebegleitung und Trauerbegleitung
  • Praxis: Feldspezifisches Arbeiten (erste eigene Zielsetzung für die Praxis), Rezensionen, eigenes Projekt

(systemische) Trauertheorie – Trauermodelle:

  • Trauermodelle (Darstellung – Vergleich – Kritik)
  • aktueller Stand der Trauerforschung
  • systemisches Denken und Arbeiten
  • Trauer systemisch verstehen
  • Trauerreaktionen und Gesundheitsberatung
  • Zugänge zur Trauer (Ebenen des Zugangs)
  • unterschiedliche Verlustformen (Krankheit, Unfall, Suizid, ...)
  • Verlusterfahrungen in Trauerbeziehungen (wer trauert wie um wen)
  • Trauerprozesse und Trauer als Lernprozess

Trauer in verschiedenen Lebensaltern und -situationen sowie Trauerbeziehungen:

  • Todesvorstellungen bei Kindern und Jugendlichen
  • Trauerprozesse bei Kindern und Jugendlichen
  • Trauer von Eltern um ein Kind (auch erwachsene Kinder)
  • Trauer von Erwachsenen um Partner/in, Freund/in, Eltern
  • Trauer im Familiensystem
  • Trauer im Alter
  • Trauer bei Scheidung, Verlust von Arbeit, Gesundheit, ...
  • Frauen und Männer trauern anders
  • ausgewählte Literatur zum Thema

Ausgewählte Themen in der Trauerbegleitung:

  • Hindernisse im Trauerprozess
  • Erschwerte, komplizierte, traumatische Trauer
  • anhaltende Trauerstörung
  • Risikofaktoren und Trauer
  • Krisen und Krisenintervention
  • Traumatologie (Grundkenntnisse)
  • Rituale und Ritualtheorie
  • Abgrenzung von Begleitung – Beratung – Therapie – Hospizarbeit
  • Suizid, Suizidversuch: Begriffsklärung, historische und kulturelle Aspekte, Trauer nach Suizid

Sterben, Tod und Trauer in christlich-religiöser Perspektive:

  • Religiöse Perspektive und säkulare Weltanschauung
  • Warum wir? – Frage nach Sinn und Gerechtigkeit
  • Thema: Schuld und Vergebung - Das kann ich nicht wieder gut machen.
  • Wohin gehen die Toten? – Ein Leben nach dem Tod?
  • Christliche Bestattungskultur - Bestattung als Handeln an den Toten
  • Biblische und theologische Fragestellungen und deren Antwortversuche
  • Leben mit den Toten
  • Interreligiöse Aspekte zu Trauer und Tod
  • Trauer und Tod in anderen Kulturen

Trauerbegleitung praktisch – (systemisches) Handwerkszeug für die Begleitung:

  • Auftragsklärung
  • Prozessgestaltung (Erstgespräch, Kontrakt, Abschluss)
  • Systemische Gesprächsführung
  • Handwerkszeug für die Arbeit mit „Gruppen“ (Gruppenphasen)
  • Arbeit mit Trauersystemen
  • Arbeiten mit dem Genogramm
  • Ressourcenorientiertes Arbeiten
  • Imaginationen
  • „Erfahrungsregeln“
  • Medien – verschiedene Ausdrucksmedien (beispielhaft erprobt)
  • Gruppenformen, Gruppeninhalte
  • Zielgruppen
  • Eigene kreative Kompetenzen entdecken und in die Umsetzung bringen
  • Literatur

Meine Rolle als Trauerbegleiter/in:

  • Leitung von Gruppen
  • Gruppenprozesse und Gruppendynamik
  • Kommunikation / systemische Gesprächsführung
  • Ich als Trauerbegleiterin – meine Stärken, Schwächen und Grenzen
  • Mein Selbstverständnis – meine Motivation
  • Selbst- und Rollenreflexion
  • Meine reflektierte Trauerbiographie
  • Meine Konzeption zur Trauerbegleitung entwickeln
  • Kollegiale Beratung/ Supervision
  • Fallbeispiele
  • Bericht über Projekte/ Praktika


Abschlusskolloquium und Zertifikatsübergabe

Insgesamt werden die Inhalte auf 8 Module verteilt. Beim letzten Modul findet die Präsentation der Projekte, das Kolloquium und die Zertifikatsübergabe statt.


Methodische Arbeitsformen

Zu den unterschiedlichen Arbeitsformen gehören:

  • Wissensvermittlung (z. B. Vorträge, Kleingruppenarbeit, Eigenstudium und Präsentation, Besprechung von Lehrfilmen, Literaturstudium)
  • Begleitete Praxis in selbst gewählten Projekten vor Ort
  • Vorstellung von Rezensionen
  • Verschiedene kreative Methoden (Arbeit mit versch. Materialien, Kunst, Musik, Übungen, ...)
  • Praxistransfer, z. B. Fallbesprechung, Rollenspiel, Simulation
  • Selbsterfahrung und Selbstreflexion
  • Supervision
  • Begleitende Intervisionsgruppen

 

 

 

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