Nächstenliebe in Zeiten von Corona

Meine Gedanken als ehrenamtliche Sterbebegleiterin

Die Tage werden wieder kürzer und nasskalt, die wärmenden Strahlen der Sonne und das Licht fehlen. Wir Menschen gehen jetzt noch seltener aus dem Haus, die persönlichen Kontakte werden weniger. Und gerade Personen, die an Haus oder Bett „gefesselt“ sind, spüren dies schmerzhaft.

Und: wir erleben eine Pandemie.

Corona macht Angst. Allen.

Durch die strengen Schutzmaßnahmen haben sich die Bedingungen für die ambulante Hospizarbeit geändert – wir als ehrenamtliche Hospizkolleginnen und -kollegen suchen nach individuellen Lösungen: Vermehrt haben bisher die Begleitungen schwerstkranker und sterbender Menschen am Telefon stattgefunden, wir sind per E-Mail in Kontakt und wir schreiben Briefe – echte Post!

Ich denke, dass gerade in dieser Zeit und für eine Gesellschaft wie unsere, die sich immer mehr individualisiert, das ehrenamtliche Begleiten von alleinstehenden oder schwerkranken sterbenden Menschen eine große Bedeutung hat. Wir möchten Kontakte herstellen und halten – jetzt erst recht! Wir tragen die Sorgen und Ängste der schon durch ihr Kranksein isolierten Menschen mit, stellen durch unser Dasein – auch auf Distanz – Nähe und etwas Normalität her.

Wir sind die ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen und Sterbebegleiter des ambulanten Hospizdienstes in den Pfeifferschen Stiftungen. Wir Frauen und Männer sind unermüdlich unterwegs, um die noch verbleibende Lebenszeit unserer Mitmenschen mit Freude und Abwechslung zu füllen. Gleichgültig ob im Hospiz, Kinderhospiz, auf einer Palliativstation in Pflegeheimen oder im häuslichen Umfeld verschenken wir unsere Zeit.

Wir werden auf unsere Aufgabe mit Geduld und Hingabe und sehr viel Fachkompetenz durch die Koordinatorinnen des Hospizdienstes vorbereitet und auch während unseres Ehrenamtes selbst durch regelmäßige thematische Gruppentreffen und Supervisionen gehalten und begleitet.

Unser ehrenamtliches Engagement erfährt positive Resonanz: „Danke, dass es euch gibt. Ihr helft uns, unser Leben zu vollenden. Ihr bewertet unser Leben nicht. Ihr hört uns aufmerksam zu, redet mit uns, schweigt mit uns und helft uns so, das letzte Wegstück in Würde zu erleben.“ Diese Worte erfüllen jeden „Ehrenamtlichen“ mit Stolz und stärken für die weitere Arbeit.

Unsere Arbeit macht und gibt Sinn!

Gerade jetzt ist es so wichtig, von Mensch zu Mensch etwas füreinander zu tun, sich gegenseitig Wärme zu geben und das alles ganz selbstverständlich, ohne materielle Anerkennung.

In eigener Sache:

Die Unterstützung durch ehrenamtliche Sterbebegleiterinnen und Sterbebegleiter des ambulanten Hospizdienstes ist unentgeltlich und erfolgt in Absprache mit den Menschen, die wir begleiten. Sterbebegleiterinnen und Sterbebegleiter unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Wir werden verantwortungsvoll auf unser Ehrenamt vorbereitet.

Je nach Bedürfnis kann neben Besuchen und Gesprächen auch gemeinsam etwas unternommen werden, wie die Begleitung zum Friseur, Gottesdienst oder Kino.

Das alles entlastet Angehörige, die in dieser Zeit wieder „Kraft“ tanken können.

Martina Wöhlert, ehrenamtliche Hospizkollegin im Ambulanten Hospizdienst der Pfeifferschen Stiftungen

 

Mehr über den Ambulanten Hospizdienst erfahren Sie auf der Website der Pfeifferschen Stiftungen.

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Ihr Kontakt zur Akademie

Dorothea Schnee

Leiterin Palliativ- und Hospizakademie

Dorothea Schnee

Bärstraße 9
39104 Magdeburg
(0391) 8505 86 83
Manuela Schneider

Assistentin Palliativ- und Hospizakademie

Manuela Schneider

Bärstraße 9
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